#10 Lauftreffs

Endlich nicht mehr allein

  • Foto: Dietmar Froeberg-Suberg

Die erste offizielle Trainingswoche liegt hinter mir und ich muss sagen: lehrreich. Nach den eigenen Laufversuchen, die ich mehr oder weniger regelmäßig in den Wäldern rund um Rohrau absolviert habe, drehe ich jetzt endlich unter Anleitung meine Runden. Das Trainerteam vom Therme Lauftreff in Böblingen hat mich Lauf-Novizen in Obhut genommen. Und ich bin natürlich nicht der einzige LAUFzeitler, der sich samstags an der Therme einreiht. Vier Geschwindigkeiten werden angeboten: 6 Minuten auf den Kilometer, 6:30, 7 und die Walking-Gruppe stehen zur Auswahl.

Am Samstag, den 6. April ging es bei schönstem Frühlingswetter los. Nachdem ich in der Woche zuvor schon zum ersten Mal die zehn Kilometer in 1:05 Stunden gepackt hatte, ordne ich mich selbstbewusst in die 6:30er-Gruppe ein. Müsste ja passen, der eigenen Uhr nach. Und ja, die ersten Kilometer habe ich das Gefühl, locker mitzukommen. Meine Smartwatch am Handgelenk zeigt sogar auf Kilometer Numero drei eine Zeit von 6:20 Minuten an. Geht. Noch zumindest.

Doch hinten ist die Ente fett. Auf den letzten Kilometern fühlen sich meine Beine an, als hätte einer Bleischrot reingekippt. Gut, dass Lauftreffleiter Gerhard am Anfang ein bisschen auf die Bremse gedrückt hat. Sonst wäre ich wahrscheinlich schon weit zurückgefallen. Wichtiger Unterschied zum selber laufen: Es gibt einen, der die Pace vorgibt. Sehr hilfreich. Auf Kilometer acht haben wir dann lauf GPS sogar eine 6:16er Zeit geschafft. Aber da ging es natürlich auch bergab. Hehe.

Auf dem letzten Kilometer kommt zu dem Bleigefühl noch ein messerscharfes Stechen im linken Knie dazu. Unangenehm. Ich kenne den Schmerz, den man auch als „Läuferknie“ bezeichnet, schon von den ersten Gehversuchen. Verursacht wird er von einem langen Faszienstrang, der von Beckenknochen über den Oberschenkel bis zum Schienbeinkopf verläuft. Wer mit seinen Lateinkenntnissen angeben will, kann auch einfach Tractus iliotibialis dazu sagen, geht ja leicht von den Lippen.

  • Mit den Steigungen geht auch der Puls hoch und runter

Jedenfalls ist das „Läuferknie“ im Prinzip harmlos, da es vor allem dann schmerzt, wenn man sich im untrainierten Zustand einen Tick zu viel zumutet. Mit der Belastung gewöhnt sich das Band, wird geschmeidiger und hält den Lauf gut durch. Was mich mehr beunruhigt ist dieses eigenartige Ziehen in der linken Fußsohle. Fühlt sich in etwa so an, als würde die Sohle beim Auftreten gleich durchbrechen. Den Weg von der Panzerstraße bis zur Therme kann ich nur noch mühsam mithalten – was ist hier eigentlich los?

Womöglich liegt es an den Schuhen, die ich vergangenen Sommer mehr aus Verlegenheit im Urlaub gekauft habe: Trail- oder Wanderschuhe einer deutschen Marke mit Sitz in Herzogenaurach. „Lass Dich am besten Mal in einem Fachgeschäft beraten“, sagt Leiter Gerhard. Gute Idee. Schließlich sind die richtigen Schuhe das wichtigste Equipment überhaupt. Sie stellen den Kontakt zum Boden her, alles andere ist sekundär.

Alles zur Wahl der richtigen Schuhe lest ihr dann in meinem nächsten Blog. Bis dahin heißt es erstmal: Regeneration!