Hochgefühle unter dem höchsten Kirchturm

Laufzeit 2019: Spektakulärer Zieleinlauf am Ulmer Münster beim Einstein-Marathon belohnt Teilnehmer für sechs Monate Training

Der Einstein Marathon in Ulm war der krönende Abschluss der LAUFzeit 2019

Besser hätten die Verhältnisse zum Abschluss der Laufzeit kaum sein können: Sonne, 23 Grad, leichter Wind. Perfektes Laufwetter also. Die tollte Stimmung rund um die Strecke in Ulm beflügelte die Marathon-, Halbmarathon- und Zehn-Kilometer-Läufer zusätzlich.

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Von Jan-Philipp Schlecht

Der Bus startete pünktlich um 6:30 am SVB-Stadion

Das Team rollte gemeinsam in den Sonnenaufgang

Frühe Vögel: Für alle Mitläufer des Laufzeit-Teams hieß es zum großen Abschluss am vergangenen Sonntag erstmal früh aufstehen. Pünktlich um 6.30 Uhr ließen die beiden Hassler-Busse vor dem SVB-Stadion im Böblinger Silberweg ihre Diesel an – und die rund 60-köpfige Truppe rollte gemeinsam in den Sonnenaufgang. Nach sechs Monaten gemeinsamen Trainings, inklusive Ernährungstipps, Wettkämpfen, Belastungsproben und auch geselligen Runden war der Abschlusstag gekommen. Beim Einstein-Marathon in Ulm wollten alle zeigen, was ihre Schenkel hergeben.

Pünktlich am Start: Vorteil einer so zeitigen Anreise ist, dass die sonst gern mal verstopfte Autobahn zwischen Stuttgart und Ulm weitgehend unbefahren war. So konnten die Halbmarathon- und Marathonläufer stressfrei zu ihrem gemeinsamen Start um 9.10 Uhr schlendern. Der fiel für die rund 5800 Starter etwas außerhalb neben dem Messegelände, von wo aus die ersten vier Kilometer an der Donau entlang führten. Daraufhin machte der Lauftross einen Abstecher in den Freistaat Bayern, da ein großer Teil der Strecke durch Neu-Ulm verlief.

Am kürzesten: Die Krone der schnellsten Halbmarathon-Läuferin ging an Claudine Weidinger, die schon nach 1:37:37 ins Ziel spurtete und den schnellsten Mann Dietmar Bühler (1:42:18) locker abhängte. In ihrer Altersklasse der 50-Jährigen reichte das zum zweiten Platz.

Marathoni Martin Guggemos

Laufzeitler Martin Guggemos erreicht nicht die 163 Meter Höhe des Ulmer Münsters: Trotzdem überragt der Hüne alle im Laufzeit-Team

Mit großen Schritten: Marathoni Martin Guggemos hatte sich intensiv auf die 42,195 Kilometer vorbereitet. Nach dem Zieleinlauf unter dem höchstem Kirchturm der Welt hatte das größte Laufzeit-Teammitglied ein breites Grinsen auf dem Gesicht. „Ich hatte mir vorgenommen, 3:30 Stunden minus X zu laufen und bin nach 3:29:11 ins Ziel gekommen. Passt also!“, sagte der Zwei-Meter-Mann. „Zwar wurde ich ab Kilometer 30 etwas langsamer, und auch der Puls ging runter, doch dann hab? ich noch mal angezogen.“ Wahrscheinlich half ihm auch seine Schrittlänge, die weit über dem Durchschnitt liegen dürfte.

Am schnellsten: Obwohl 3:29:11 Stunden ein mehr als respektables Ergebnis sind, gab es einen Laufzeitler, der das noch mal deutlich unterbot. Klaus Schinker lief als schnellstes Teammitglied und als zehnter Mann in der Gesamtwertung des Sparkassen-Marathons über die Ziellinie. Er brauchte für die Strecke nur 2:55:55 Stunden. Das bedeutete für ihn auch den Sieg in seiner Altersklasse der 45-Jährigen. Der allerdings kostet einen Schnaps, da seine gelaufene Zeit eine Schnapszahl par excellence bedeutet.

Großstadt-Vergleich: Nicht ganz zufrieden war Laufzeit-Teammitglied und Gärtringer Hauptamtsleiter Norbert Sünder, der den Halbmarathon in 2:13:31 absolvierte. „Vergangenes Jahr bin ich den Halbmarathon in Paris gelaufen und hab? davor wenig trainiert. Am Ende standen dort 2:15 Stunden auf der Uhr.“ Das wurmt ihn ein wenig, da er im Rahmen der Laufzeit beim Training intensiv dabei war und sich einen etwas größeren Sprung erhofft hatte. Vielleicht hat ihn das französische savoir-vivre an der Seine ja zusätzlich beflügelt.

Flacher Trab: Zweifelsohne zufrieden waren alle Teilnehmer mit der Streckenführung in allen Distanzen: „Schön flach“ hieß es nach den Läufen unisono. Das war nicht nur ein Gefühl: Der Veranstalter gab erst gar kein Höhenprofil heraus – die Steigungen waren keiner Erwähnung wert. Eintrag ins Lauftagebuch also: Ulm ist eine schnelle Strecke. Einzig das hoppelige Kopfsteinpflaster auf dem letzten Kilometer vor dem Ziel erfreute sich keiner großen Beliebtheit.

Super Stimmung: Die Ulmer waren für ihren Marathon regelrecht aus dem Häuschen. Kein Wunder: Bei dem herrlichen Spätsommerwetter lockte die Sonne viele nach draußen. Dementsprechend gesäumt war die Strecke von gut gelaunten Zuschauern, die nicht müde wurden, die Läufer kräftig anzufeuern. Noch weiter nach oben ging die Läuferlaune durch die vielen Bands am Streckenrand. Mit jazzig-funkigen bis rockröhrigen Klangschwaden heizten die Musiker die keuchende Meute an. „Proud Mary“ und „Watermelon Man“ gaben Extra-Schwung.

Zehner-Kämpfer: Nicht nur Halb- und Ganzmarathon-Läufer waren nach Ulm gereist. Auch eine kleine, aber eingeschworene Zehn-Kilometer-Truppe hatte sich gefunden. Zu sechst nahmen sie ihre Distanz in Angriff, als die anderen schon entspannt aus dem Duschzelt kamen. Kurz nach 13 Uhr fiel für sie am Gänsturm in der Innenstadt der Startschuss. Die Strecke ging ebenfalls ein Stück weit durch Neu-Ulm, dann an der Donau südwestwärts und wieder in die Innenstadt. Schnellster wurde Thomas Ritter mit 0:55:41. „Das war meine Zielzeit von Anfang an. Toll, dass es auch geklappt hat“, sagte er.

Gruppenfoto Abschluss

Der Jubel bei den Teilnehmern der Laufzeit 2019 nach dem Erreichen des Ziels in Ulm ist groß.

Happy End: Während vor dem Ulmer Münster noch Volksfest-Stimmung herrschte, trat der Laufzeit-Tross glücklich und gelöst gegen 15.30 Uhr die Heimreise an. Beste Nachricht an diesem Tag: Alle kamen gesund und munter ins Ziel, keiner musste abbrechen, jeder war zufrieden. Schließlich hieß das Motto von Anfang an: Der gesunde Weg zum Ziel. Grund genug, den Tag am Abend noch gemeinsam im Brauhaus in Böblingen ausklingen zu lassen. Schließlich hatte das Team ja noch einen dicken Gutschein im Gepäck: Beim Böblinger Stadtlauf stellte die Laufzeit das größte Team und hatte damit einen von den Mercaden gesponserten Abend im Brauhaus gewonnen.